Software-Obsoleszenz bei Bose
Update 29.8.2026: Gratis-Update holt verlorene Funktionen zurück.
Update: Bose SoundTouch wieder smart machen: Gratis-Update holt verlorene Funktionen zurück.
Bose hat die SoundTouch-Cloud abgeschaltet – ein Open-Source-Projekt holt die verlorenen Funktionen zurück. Und zwar kostenlos und ohne Schraubenzieher.
Es bleibt ein merkwürdiger Gedanke: Ein Lautsprecher, der technisch einwandfrei funktioniert, kann durch eine Entscheidung in einer Konzernzentrale plötzlich weniger. Nach dem Abschalten der Cloud brachte Bose zwar noch ein offizielles App-Update heraus, sodass Spotify Connect und AirPlay auf den Bose SoundTouch-Soundbars und -Lautsprechern weiter liefen.
Trotzdem verschwand eine ganze Menge Funktionalität. Direktes Internetradio, das Verwalten von Sendern ohne die offizielle App und das Belegen der physischen Vorwahltasten am Gehäuse funktionierten schlicht nicht mehr.
Eine Gruppe engagierter Programmierer wollte das nicht hinnehmen. Unter dem Namen SoundTouch Reborn (STR) haben sie ein vollständig quelloffenes Programm gebaut, das der Bose-Hardware ihre ursprünglichen Funktionen zurückgibt. Keine komplizierten Umwege und kein Aufschrauben, sondern eine schlicht clevere Reparatur per Software.
Lokale Kontrolle sorgt für Ruhe
Projekte wie SoundTouch Reborn zeigen genau, wohin sich die Smart Home-Welt bewegt. Abhängigkeit von der Cloud ist verletzlich. Wenn Funktionen lokal im eigenen Netzwerk gelöst werden, läuft die Audio-Installation immer weiter – ganz gleich, was ein Hersteller entscheidet. Dein Bose SoundTouch kann so noch viele Jahre mithalten.
Bose SoundTouch ohne Cloud weiterbetreiben
Open Source Projekt SoundTouch Reborn: https://st-reborn.de/de/
Bose SoundTouch: Erst intelligent, dann dumm – was wird aus den Lautsprechern?
Bose macht die Smart-Speaker der Reihe Soundtouch bald zu "dummen" Lautsprechern. Immerhin verlängert man nun die Gnadenfrist.
Bose stellt den Cloud-Support für seine Soundtouch-Produktreihe ein. Ab dem 6. Mai 2026 verlieren betroffene Lautsprecher und Soundbars zentrale Onlinefunktionen. Streamingdienste, Internetradio, Voreinstellungen und die zugehörige App, all das fällt weg. Aus smarten Lautsprechern werden einfache Abspielgeräte.
Bose hatte bis 2023 smarte Lautsprecher der Reihe SoundTouch angeboten. Im vergangenen Jahr überraschte der US-Hersteller dann mit einer Hiobsbotschaft. Bereits ab dem 18. Februar 2026 wollte der Anbieter die Cloud-Dienste der Smart-Speaker abschalten. Aus intelligenten sollen so "dumme" Lautsprecher werden. Für Besitzer der Geräte ist das natürlich ein herber Schlag. Inzwischen lenkt die Audiomarke zumindest ein wenig ein. Denn man hat immerhin die Gnadenfrist verlängert.
Laut der offiziellen Support-Website werden die Cloud-Dienste der SoundTouch-Modelle erst am 6. Mai 2026 deaktiviert. Das ist zwar ein kleiner Trost, da die smarten Lautsprecher einige weitere Monate ihren Funktionsumfang behalten, ändert aber nichts am grundlegenden Dilemma. Der Hersteller kann bei Cloud-Diensten nach eigenem Gutdünken jederzeit den Stecker ziehen.
Im Falle der Bose SoundTouch fallen nicht etwa kleinere Zusatzfunktionen weg, sondern Kern-Features. Dazu zählen etwa der direkte Zugriff auf das Internetradio und Streaming-Dienste, Verwaltungs- und Einstellungsmöglichkeiten über die App und weitere Online-Funktionen. Die smarten Lautsprecher werden letzten Endes zu ziemlich simplen Lautsprechern. Immerhin bleiben einige Features auch nach der Cloud-Abschaltung erhalten. Die Ankündigung ist ein klassisches Beispiel für das wachsende Problem "intelligenter" Geräte, die durch die Abschaltung der zugehörigen Cloud-Infrastruktur zu einfachen, "dummen" Apparaten degradiert werden.
Bose SoundTouch: Diese Funktionen können weiterhin genutzt werden
Sie werden auch in Zukunft mit den Bose SoundTouch Apple AirPlay 2 nutzen können. Die kabellose Übertragung aus externen Streaming-Apps wird natürlich ebenfalls weiterhin möglich sein. Auch das Gruppieren von Lautsprechern bleibt erhalten. Updates sollen die Speaker jedoch nicht mehr erhalten. Der Hersteller will das Kapitel SoundTouch also immer noch abschließen. Drittentwicklern hat man den Zugriff auf die Programmierschnittstelle (API) gegeben. Somit wäre es möglich, dass die Community einspringt und alternative Anwendungen aus der Taufe hebt. (SoundTouch API-Dokumentation)
Weitere Informationen vom Hersteller:
Bose offeriert ein Tauschprogramm für die SoundTouch-Produkte: www.bose.de/de_de/landing_pages/trade-up.html
Support-Artikel auf der Bose Webseite: www.bose.at/de_at/landing_pages/soundtouch-eol.html